Folker! 6_98 |
|
|
TRIO GRANDE
Pilo Pao
(Löwenzahn / heideck HD 985)
13 Tracks, 53:11 |
Da schau einer an! Das Quartett mit dem irreführenden Namen mausert sich im Verlaufe von nur drei CDs von einer anfangs recht »braven« Bordungruppe mit Hang für leicht schräge Arrangements zu einer international vorzeigbaren Weltmusikgruppe allererster Güte. Dies ist sicher dem Einfluß des auf afrikanische und arabische Percussion spezialisierten neuen Bandmitgliedes Peter Löber (Djembé, Darabuka, Dundun, Sangba, Kenkeni, Maracas, Balafon, Glöckchen, Shakers, Vibraslap) zu verdanken, aber auch den Gastmusikern, Amie -Jammeh (Gesang) sowie Yusupha Kuyateh (Kora, Gesang), die für eine afrikanische Färbung der Musik sorgen. Gemeinsam mit Silke Reichmann (Drehleier, Querflöte, Chor), Hans Albert Lang (Drehleier, Akkordeon, Chor) und Wolfram Zimmermann (Gitarre, Bouzouki, Mandoline, Mandocello, Chor) ensteht etwas völlig Neues: hypnotische, elektrisierend-pulsierende Musik, frei und meditativ, mitreißend und beglückend. Kompliziert und sophisticated mit vertrackten Melodieführungen arrangiert, oft leicht jazzy, doch immer erkennbar Folk- und Weltmusikstrukturen verbunden. |
Vielfach klingt dies überraschend für den Hörer, der, eben noch einem vermeintlich afrikanischen oder arabischen Stück lauschend, verblüfft feststellen muß, daß Titel und Melodiefluß eine in europäischen Folkmusikschemata fußende Struktur aufweist, Mazurka und Valse immer wieder durchschimmern. Schön, daß bei Trio Grande die Klangeffekte und Soundfärbungen noch »handgemacht« sind und nicht durch Effektgeräte generiert werden. Dies und auch die Tatsache, daß sich die Kompositionen von Reichmann, Lang und Zimmermann nahtlos neben Kompositionen des großen Ali Farka Toure (»N' Timbara«) oder die Bearbeitung eines Stückes aus der Mongolei (»Das weite Land«) einfügen, spricht für instrumentales Können und kompositorische Qualitäten der Musiker. Schade, daß sich zu den afrikanischen Gesängen keine Übersetzung oder zumindest eine Inhaltsangabe im schön gestalteten PappkIapp-cover findet. Gern hätte man mehr über den Hintergrund/Inhalt dieser Stücke erfahren. Ulrich Joosten |
OLD SONGS NEW SONGS 1998 Bochum |
8165 Trio Grande-pilopao (98) 32.- Als ich mir im Herbst vergangenen Jahres beim Tanzfest in der Wabe am Prenzlauerberg/BerIin einen ersten Eindruck der neuen, erweiterten TRIO GRANDE-Formation verschaffen konnte, war ich beeindruckt und begeistert zugleich, obwohl eine der tragenden Säulen - WOLFRAM ZIMMERMANN - bei diesem Auftritt verhindert war. Um so gespannter war ich auf das vorliegende neue Album, dass - um es gleich vorwegzunehmen - meine Erwartungen mehr als zufrieden stellte. Aus dem Begleittext zur CD:" ... Auf der Basis von Gelerntem - profund Gelerntem und nicht oberflaechlich adaptierterm - schaffen sie eine neue Musik, die am besten als Imaginaere Folklore zu bezeichnen waere. Eine Musik. die neue Synthesen aus europäischen, afrikanischen, arabischen und asiatischen KIaengen schafft. Trio Grande sucht und findet die Gemeinsamkeiten dieser Musiken und so entsteht eine Neudefinition von Folk- und Worldmusic, die ins naechste Jahrtausend hineindeutet. Die Mitglieder der Band haben sich in den letzten Jahren zu Weltmusikern per Exzellence entwickelt, die ohne Beruehrungsaengste Kontakt mit den verschiedensten Kulturen haben." Ich glaube, dem ist nichts hinzuzufuegen. Moege Euch der internationale Durchbruch mit diesem Werk gelingen. Ihr haettet es verdient. |
HNA Kassel - CD Besprechung 24.12.98 |
|